Nike Zoom Fly 3

von run.de am 3. September 2019

Nike Zoom Fly 3
VN:F [1.9.15_1155]
Design
Passform / Laufgefühl
Material / atmungsaktiv
Verarbeitung / Haltbarkeit
Preis / Leistung
Rating: 8.4/10 (1 vote cast)

 

Nachdem ich bereits vor knapp 1,5 Jahren den Nike Zoom Fly für run.de getestet habe, wurde mir nun ein Nachfolgemodell geliefert. Der neue Nike Zoom Fly 3

Erster Eindruck

Karton geöffnet, ein breites Grinsen macht sich breit beim Anblick der tiefblauen Rennschuhe die einem entgegenschauen. Der Stoff ist nicht rau wie bei anderen Schuhen oder dem Vorgänger sondern sehr glatt und es scheint dass hier etwas viel „Plastik“ verarbeitet ist. Dennoch angenehm in der Optik.

Was dann jedoch sich bemerkbar ist, ist dass der Schuh in der Hand enorm schwer ist, was man ihm so anfangs gar nicht glauben mag. Wird er doch als Wettkampfschuh angeboten. Folglich schliesst man meist auf Schuhe in Leichtbauweise. Vom Gewicht liegt er jedoch mehr als 10% über dem des ersten Modelles! (nachher mehr dazu)

Ob das hinderlich ist sehe ich bei meinen Laufversuchen.

Passform/ Größen/ Gewicht

Es handelt sich hier um einen Neutralschuh ohne jegliche Stütze und angedacht ist er als Wettkampfschuh.

Den Schuh gibt es für Frauen (2 Farben) und Herren (5 Farben). Die Größen gehen von 35,5 bis 44,5 (Damen) und 38,5 bis 49,5 (Herren).
Die  Sprengung des Schuhs liegt bei 10 mm.

Eine Zunge gibt es keine im Schuh. Es ist quasi ein Strumpf in den man einsteigt und der wird mittels Schnürsenkel zusammengezogen.

Personen mit breiten Füssen müssten schauen ob sie reinkommen. Selbst habe ich schmale Füsse, es werfen sich bei mir keine störenden Falten beim Anziehen.

Nun das erwähnte Gewicht, bei dem ich beide Schuhe im Vergleich hätte: Urmodell mit 272 Gramm in Größe 45,5 – dieses Modell stolze 307 Gramm!!

Was anders zum ersten Modell ist: der hintere Teil des Schuhes ist viel schmaler, das „Gefälle“ beim Abrollen ist weniger als bisher. Es wurde optisch weniger „Hartplastik“ an der Sohle verwendet. Das könnte dafür sorgen das die Haltbarkeit – gerade bei Asphaltläufen – verkürzt sein wird.

Laufverhalten im Test

Den Schuh habe ich natürlich in unterschiedlichen Geschwindigkeiten gelaufen und dementsprechend ein verschiedenes Abrollverhalten ausprobiert (Fersenlauf ausgenommen). Der Untergrund war mal nass, feucht oder auch trocken jedoch ausschliesslich Asphalt.

Für den Fersenlauf ist der Fuss sicher nicht geeignet, das kann ich vorweg schieben.

Ich habe mich sehr wohl gefühlt als ich in zügigem Tempo mit wenig Mittelfuss und viel Vorfuß den Schuh getragen habe. Ich nenne es mal Wettkampfgeschwindigkeit in Bezug auf Halbmarathongeschwindigkeit oder schneller. Man ist zwar erst mal etwas enttäuscht, dass man solch einen schweren klobigen Schuh an den Füssen trägt, jedoch ist es andersrum doch wieder ein interessantes Erlebnis: der Schuh fördert einen gewissen Vortrieb beim Läufer, man hat das Gefühl die Beinstreckung am Ende des Schrittes ist nochmals länger, die Pomuskulatur arbeitet etwas mehr mit als sonst. Ob die Positive und sekundenschenkende Haltung die Sekunden nachher wettmacht was der Schuh mehr wiegt das erlaube ich mir nicht zu bewerten.

Anders umso langsamer es mit meinen Schritten wird und je mehr ich auf dem Mittelfuss aufkomme und abrolle. Die Sohle gerade im Fersenbereich ist auch innen so hoch wie sie aussen am Schuh erscheint. Bei Hoka mag der Schuh nur aussen wie ein Klotz aussehen und man wird drinne etwas tiefer stehen aber hier beim Nike ist die optische Höhe aussen gleich mit der von innen.

Luftkissen für Vorfußläufer

Ich fühle mich also bei sehr gemütlichen Joggingeinheiten eher wie auf einem Luftkissen und umso weiter hinten ich auftrete umso eher muss ich schauen dass meine Beinführung noch gerade ist und ich nicht mit den Füssen in eine Supination rutsche. Zwar wird die noch engere Sohle im Fersenbereich beworben um den Druck von der Achillessehne abzunehmen, was sicher auch stimmen mag. Es ist aber schwieriger dann noch die Spur zu behalten.

Also es fühlt sich zumindest beim Joggen komisch an bzw. wer im hinteren Teil des Mittelfusses zunehmend aufkommt der tut sich mit dem Schuh evtl. auch kein Gefallen.

Für das ist der Schuh aber auch nicht geschaffen. Es kann nicht jeder Schuh für jede Person und jeden Einsatz passend sein.

Wer dann auf dem vorderen Mittelfuss oder Vorfuss landet der kann schön abrollen und die Dämpfung federt nicht, die Energie verpufft nicht. Es ist ein ausgewogenes Verhältnis von nicht zu weicher und nicht zu harter Dämpfung.

Der Grip bei hoher Nässe ist sehr gut, was ich als wichtig empfinde.

Testdauer

Der Schuh wurde ca. 50km getestet.

Fazit

Auch das Fazit möchte ich erst mal mit einer wahren Floskel beginnen: nicht der Schuh läuft schnell, sondern es ist der Läufer der drin steckt.

Ich bin mit gemischten Gefühlen. Der Schuh kostet knapp 160€ uvp. Nicht wenig für einen Wettkampfschuh bei dem man erwarten darf dass er keine 1000km sondern eher 500km im Einsatz sein mag (je nach Laufstil, Untergrund etc.).

Fersenläufer habe ich bereits ausgeschlossen, ebenfalls einen Teil der Mittelfussläufer. Auch sollte man den Schuh wirklich auf Wettkämpfen oder flotten Trainingseinheiten einsetzen. So hat zwar die Haltbarkeit von womöglich nur 500km erst mal dafür gesorgt dass man zu wenig Schuh fürs Geld bekommt. Wenn man jedoch überlegt wieviel Wettkampfkilometer jeder abspult, dann steht der Schuh dennoch lange im Regal.

Ich fand es interessant den Schuh zu laufen und auszuprobieren. Hätte ich die Wahl würde ich zum Urmodell greifen. Dieser vereinbart noch etwas Leichtigkeit mit mehr Unterstützung des vorderen Mittelfusses oder Vorfuß. Klar dass er vor 2 Jahren 10 € günstiger war. Ein asics Nimbus hat 2009 aber auch noch 155€ gekostet und keine 199€. Also allgemeine „alljährliche Anpassung um 5€“.

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