Streakrunning: Und täglich ruft das Lauftraining

von run.de am 4. Dezember 2019

Läufertypen gibt es viele. Eine ganz besondere Spezies sind Streakrunner. Sie laufen jeden Tag, an jedem Tag in der Woche, in der extremen Ausprägung viele Jahre lang. Ja, kann denn das gesund sein!?

Nun muss man sich zunächst einmal vor Augen führen, wie man Streakrunning einordnen kann. Es gibt tatsächlich eine United States Running Streak Association. Und die hat definiert, dass sich jeder Streakrunner nennen darf, der täglich mindestens eine Meile läuft – also 1,6 Kilometer.

Einen Tag pausieren zählt nicht, dann ist der Streak sofort beendet.

Streakrunning Foto: Krzysztof Wawrzyniak | flickr |Lizenz: CC BY-SA 2.0

Streut man kürzere Läufe ein, dann kann das vor allem im Winter eine gute Möglichkeit sein, einfach am Ball zu bleiben. Man sollte sich jedoch dafür hüten, seine bisherigen Laufdistanzen einfach linear auf sieben Tag in der Woche zu verteilen – dann bleiben die erwünschten Trainingseffekte eher aus.

Wer täglich eine kurze Strecke läuft, wird schnell keine Fortschritte im Training mehr machen:

Der Körper braucht Reize durch unterschiedlich lange Distanzen und durch unterschiedliche Geschwindigkeiten, um sich weiter entwickeln zu können. Wer dann täglich läuft, sollte dennoch die Regeneration nicht vernachlässigen.

Wer auf einen Marathon oder einen Ultra-Lauf trainiert, für den ist Streakrunning wahrscheinlich keine Trainingsmöglichkeit. Denn gerade bei den langen Läufen muss man auch in Pausen und Regeneration denken.

Streakrunner zeichnen sich eher durch das fest integrierte Laufen in ihrem Leben aus.

Damit auch das nicht langweilig wird, macht ein abwechslungsreiches Training durchaus Sinn: Variationen bei der Strecke, beim Laufuntergrund, bei der Distanz und bei der Geschwindigkeit sorgen dafür, dass es beim täglichen Laufen nicht zu schnell langweilig wird.

Streakrunner kann man tatsächlich von heute auf morgen werden: Man muss einfach anfangen und am nächsten Tag weiter machen. Vor allem zu Beginn der Karriere als Streakrunner sollte man aber nicht die allzu langen Distanzen absolvieren. Und man sollte bewusst in seinen Körper hinein hören. Zwickt die Wade oder macht das Knie Schwierigkeiten, dann sollte man eher pausieren. Eine Testphase von einem Monat wird einem zeigen, welche Möglichkeiten man selber im Streakrunning hat.

Den Weltrekord im Streakrunning hält der inzwischen 81 jährige Brite Ron Hill, mit einem unbglaublichen Streak von 52 Jahren und 39 Tagen (vom 21. Dezember 1964 bis zum 29. Januar 2017), an denen er jeden Tag mindestens 1 Meile (1,6km) gelaufen ist.


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